Für Autobauer ist der Markt, der noch hohe Wachstumsraten aufweist, heiß umkämpft. Aber auch Unternehmen können mit Premiumfahrzeugen erfolgreich um kluge Köpfe auf dem Arbeitsmarkt werben.

Über die Hälfte der männlichen Führungskräfte in Deutschland verfügt laut Erhebung des Firmenwagenmonitors 2017 über einen Dienstwagen, bei den weiblichen liegt der Anteil bei über 26 Prozent. Die Studie, bei der Daten von 537.275 Arbeitsverhältnissen eingeflossen sind, ergab auch, dass Firmen im Schnitt rund 39.500 Euro für einen Firmenwagen ausgeben.

Hohe Wertigkeit und Komfort

Wie nicht anders zu erwarten, werden die meisten Firmenwagen unter den Fachkräften von Vertriebsmitarbeitern gefahren. Sie legen vor allem Wert auf hohe Wertigkeit und Komfort- und Sicherheitskriterien, die besonders für die Langstrecken- und Vielfahrer relevant sind. Bei ihnen liegen die Kosten für ein Firmenfahrzeug im Durchschnitt bei 49.110 Euro. Beim Blick auf die Branchen sind die meisten Wagen im Bauwesen verbreitet, gefolgt vom Großhandel sowie Konsum- und Gebrauchsgüterbereich. In der öffentlichen Verwaltung, in Krankenhäusern und im Kulturbereich liegt die Firmenwagenverbreitung dagegen jeweils unter zwei Prozent.

Mit steigendem Gehalt erhöht sich der Wert eines Firmenwagens. Darüber hinaus steigt auch die Verbreitung in höheren Gehaltsklassen. Sie liegt bei mehr als 50 Prozent in der Einkommenskategorie 110.000 Euro Bruttojahresgehalt. Im Schnitt kosten sie hier 56.000 Euro. Zudem gibt es eine Korrelation zwischen Unternehmensgröße und Firmenwagenverbreitung: Je größer das Unternehmen, desto größer auch der Anteil an Fach- und Führungskräften mit Firmenwagen. Der Gesamtanteil an Dienstfahrzeugen lag vergangenes Jahr bei 5,7 Prozent in kleinen Unternehmen – ein bis fünf Mitarbeiter – gegenüber 15,7 Prozent in Großunternehmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern.

Statussymbol und Motivator

Der Dienstwagen ist und bleibt also ein Statussymbol. Auf dem Arbeitsmarkt gefragte, erstklassige Mitarbeiter sagen ohne diese Zusatzleistung gar nicht erst zu. Sie profitieren davon, dass sie ein Fahrzeug bekommen, das meist schöner und größer ist als ein selbst gekauftes. Besonders Premiumfahrzeuge können Mitarbeiter motivieren. Sie spüren, dass ihre Arbeitsleistung als hochwertig empfunden und geschätzt wird. Natürlich lassen sich die Kollegen auf diese Weise auch langfristig an das Unternehmen binden.

Premiumfahrzeuge haben für Vielfahrer einen weiteren Vorteil: Dank ihres hohen Komforts auf langen Strecken unterstützen sie die Arbeitskraft, weil man aus ihnen selbst nach sehr langer Fahrt nicht völlig erledigt aussteigt. Gerade im Premiumsegment machen intelligente Bedienkonzepte, luxuriöses Interieur und fortschrittliche Assistenzsysteme Autofahrten zum Genuss.

Selbstverständlich spielt im Autoland und im Firmenumfeld auch der Eindruck nach außen eine wichtige Rolle. Gerade Firmenwagen strahlen bei Kunden und Geschäftspartnern Seriosität und Leistungsvermögen aus. Premium steht dann gleichbedeutend für Prestige.

Wunsch nach Individualität

Für die Marken wiederum ist der Markt so umkämpft wie nie. Sie investieren viel in Vertrieb und neue Geschäftsmodelle. Denn im Gegensatz zum Privatkundengeschäft ist hier noch Wachstum möglich. Gerade beim Neuwagenabsatz ist das Flotten- und Gewerbekundengeschäft in Deutschland entscheidend.
Bei den Verbrauchern beziehungsweise den Angestellten gibt es dagegen einen stärkeren Wunsch nach Individualität. Immer häufiger ersetzt der beliebte SUV die ewig schwarze Limousine. Diese Wagen verbrauchen inzwischen deutlich weniger Sprit. Sie erweitern somit die Palette der Wahlmöglichkeiten und mit ihnen können sich Unternehmen wie Mitarbeiter von der Masse der üblichen Familienkutschen deutlich abheben.