Die Welt ist in der Tat eine andere geworden. Politisch sowieso, aber das ist meistens erstmal weit weg. Nein, im persönlichen Umfeld, da wo es am Ende weh tut. Die Verunsicherung in Bezug auf Mobilitätsbelange ist überall zu spüren. Kann ich noch oder darf ich nicht mehr? So muss man jeden Tag die aktuellen Wasserstandsmeldungen verfolgen.

Speziell für betriebliche Flottenmanager ist das eine ganz heikle Situation. Politischen Zusagen oder Beteuerungen können wir im Grunde kein Haltbarkeitsdatum mehr zuordnen. Dabei hat die Flotte einen großen Vorteil: die Erneuerungszyklen sind deutlich kürzer als im privaten Bereich. Das durchschnittliche Alter von Fahrzeugen auf unseren Straßen liegt bei über neun Jahren. Flotten erneuern sich nach zwei oder maximal drei Jahren. Sie können also viel schneller auf technische Neuentwicklungen reagieren.

Aber tun sie das auch? Es wird viel diskutiert und in Erwägung gezogen, aber am Ende siegt die Trägheit, ein altes physikalisches Gesetz. Jede Veränderung birgt Risiken: bin ich vielleicht der Einzige, der so entscheidet? Die Abstimmung untereinander ist dann ein wesentlicher Bestandteil der Strategie in der Flotte. Beim Branchentreff in Düsseldorf bietet sich eine vortreffliche Möglichkeit des fruchtbaren Austausches.

Vorsichtig müssen wir vor allem mit schnell daherkommenden Prophezeiungen umgehen. Welche Auswirkungen Verbote und Einschränkungen am Ende haben, ist mehr als ungewiss. So sind lokale Streckensperrungen in der Konsequenz Selbstbetrug, fördern sie doch Umfahrungen und damit mehr Verkehr und mehr Schadstoffbelastung.
Dieses Thema werden wir nicht mehr von der Tagesordnung bekommen. Und angesichts der Tatsache, dass fast jeder zweite Wagen einer Flotte angehört, ist das Gewicht der Flottenmanager umso größer geworden. Man kann nur hoffen, dass die Politik die Problematik trotz aller internen Auseinandersetzungen so ernst nimmt, dass sie ganz oben auf der Agenda steht.

Die Zeiten haben sich tatsächlich geändert. Junge Menschen setzen ganz andere Prioritäten als die Generation der „Autophilen“. Es ist nun an der Zeit, dass positive Mobilitätsakzente gesetzt werden anstelle von ständigen Verbotsandrohungen. Vor die Wand fahren ist nur eine Alternative.