Auch wenn keine gesetzliche Pflicht zum Aufziehen von Winterreifen existiert, so riskiert man bei Schnee, Matsch, Eis und Reifglätte ohne die geeigneten Reifen 40 Euro Bußgeld und einen Punkt, bei einer Verkehrsbehinderung sogar 80 Euro. Bei einem Unfall muss aufgrund der Reifen zumindest mit einem Mitverschulden gerechnet werden.

RDKS wird Pflicht

Neuwagenfahrer müssen beim Wechsel der Reifen auf eine weitere Besonderheit achten. Denn eine neue EU-Verordnung schreibt ab dem 1. November bei allen Neufahrzeugen ein Reifendruckkontrollsystem vor.

Flottenmanager müssen dabei berücksichtigen, dass die Ausstattungspflicht schon zwei Jahre älter ist, denn entscheidend ist nicht etwa nur der Zeitpunkt, an dem das Fahrzeug vom Band gelaufen ist, sondern auch die Typenzulassung.

Um es kurz zu fassen: Alle Fahrzeuge, deren Typ nach dem 1. November 2012 zugelassen worden sind, müssen über ein derartiges Reifendruckkontrollsystem (RDKS) verfügen und alle Neufahrzeuge, welche nach dem 1. November 2014 verkauft werden. Folglich müssen auch Winterreifen mit einem derartigen System ausgestattet sein. Es besteht jedoch keine Nachrüstpflicht für ältere Fahrzeuge, welche nicht nach dem 1. November 2012 eine neue Typengenehmigung erhalten haben.

Mehr Zeit für die Werkstatt

Die Zeiten, in denen man mal kurz die Autos in die nächstgelegene Werkstatt zum Reifenwechsel schickte, sind vorbei – Fuhrparkleiter müssen mehr Zeit einplanen. Denn eine wichtige Neuerung bei der Bestellung neuer Winterreifen in der Werkstatt sind die Daten aus dem Fahrzeugschein, damit die passenden Sensoren vorbereitet und angepasst werden können. 

Vorteile von RDKS

Doch unabhängig von Winterreifen bietet das Reifendruckkontrollsystem (RDKS) eine Reihe von Vorteilen. Derartig ausgestattete Reifen sparen bares Geld, da der richtige Druck im Reifen die Laufleistung erhöht und den Kraftstoffverbrauch verbessert. Und die wenigsten Autofahrer überprüfen den Reifendruck. Nach Untersuchungen der Reifenhersteller sind es gerade einmal 40 Prozent.

Schon in der Fahrschule haben die meisten Fahrzeuglenker hingegen gelernt, dass ein zu niedriger oder auch zu hoher Reifenfülldruck die Fahreigenschaften eines Autos stark verändert.
Jedoch befreit ein Luftdruckkontrollsystem nicht davon, regelmäßig den Luftdruck an einer Tankstelle oder anderen Stationen zu überprüfen. Bei zu geringem Reifendruck wird der Reifen stärker beansprucht, allein 0,3 Bar Minderdruck können die Laufleistung bereits um 30 Prozent reduzieren. Instabiles Fahrverhalten und ein zu hoher Kraftstoffverbrauch sind die Folgen. Ein halbes Bar zu wenig Druck auf den Pneus kann bereits den Kraftstoffverbrauch um fünf Prozent erhöhen.