Es gibt auch im Fuhrpark einen Trend zu mehr und individuellerem Fahrspaß. Gleichzeitig spielt die Emissionseffizienz eine wichtigere Rolle – wie nehmen Sie diese Entwicklungen wahr?

Fahrspaß und Emissionseffizienz schließen sich überhaupt nicht aus. Wer einmal ein Elektrofahrzeug gefahren ist, der weiß, wie viel Spaß das sofort verfügbare Drehmoment machen kann. Auch auf Luxus muss man dabei nicht verzichten. Beides gilt übrigens auch für die neueste Generation der Erdgasfahrzeuge, zum Beispiel im Audi A4 g-tron.

Welche Angebote haben Sie von VWFS in diesem Bereich?

Wir bieten unsere Fahrzeugfinanzierungen und Leasingangebote für alle Marken und Modelle des Volkswagen Konzerns an. Das schließt selbstverständlich auch Elektro- und Erdgasfahrzeuge ein, inklusive der zugehörigen Dienstleistungen, wie Tank- und Ladekarten.

Wie stehen Sie – auch im Zusammenhang mit der Dieseldiskussion – zur E-Mobilität.

Die E-Mobilität wird kommen – die Frage ist nur, wie schnell. Fuhrparkmanager sind Profieinkäufer und richten ihre Kaufentscheidung an objektiven Kriterien aus. Wenn sich das E-Fahrzeug rechnet und die Nutzungsszenarien der Fahrer zu der Ladeinfrastruktur passen, werden Flottenverantwortliche E-Fahrzeuge kaufen – da bin ich mir sicher. Mit der neuesten Generation der E-Fahrzeuge, die der Volkswagen Konzern dieses Jahr präsentiert, ist die Reichweite auch kein Thema mehr. Trotzdem: Aktuell ist der Diesel gerade auf der Langstrecke unter der Berücksichtigung der Gesamtbetriebskosten und auch unter Umweltaspekten immer noch die beste Wahl.

Wie die gesamte Welt wird auch der Fuhrpark digitaler – von welchen Vorteilen profitieren Unternehmen beziehungsweise Mitarbeiter heute schon? Und welche Innovationen sind in Zukunft zu erwarten?

Innovationen sind ein starkes Wort. Ich gehe eher von einer Evolution des Fuhrparkmanagements aus. Self-Services werden sich immer mehr durchsetzen, die IT-Systeme werden ausgereifter und integrierte App-Lösungen zur Organisation des Fuhrparks werden immer mehr in den Mittelpunkt rücken. Viele Vorgänge wie das Tanken und Laden werden zukünftig direkt aus dem Fahrzeug heraus möglich sein. Die größte Herausforderung für den Fuhrparkmanager und seine Fahrer wird sein, mit dieser großen Datenflut umzugehen.

Ihr Unternehmen treibt die Digitalisierung zum Beispiel mit Travipay voran. Wie fortgeschritten ist diese Entwicklungen bereits und welche Vorteile bieten sie Ihren Kunden?

TraviPay ist die App unserer Tochtergesellschaft sunhill technologies zur digitalen Abrechnung von Parkvorgängen. Das System können Sie mittlerweile in rund 150 Städten in Deutschland nutzen. Für Fuhrparkmanager ist die Business-Variante der App besonders relevant. Denn dadurch werden alle Parkvorgänge digital in einer Sammelrechnung erfasst. Das leidige Sammeln von Parkbelegen gehört damit der Vergangenheit an.

Auch im Bereich der Telematik sind Sie aktiv. Wie geht es hier voran?

Telematiklösungen gewinnen im Zuge der Digitalisierung immer mehr an Bedeutung. Wir bieten deswegen über unsere Tochtergesellschaft CarMobility seit zwei Jahren eine entsprechende Lösung mit dem Namen FleetCONNECTED an. Fuhrparkmanager bekommen damit mehr Transparenz in ihren Fuhrpark, weil sie diesen in Echtzeit steuern können – auch beim Schadenmanagement. Die Fahrer können durch das integrierte elektronische Fahrtenbuch viel Geld gegenüber der Ein-Prozent-Versteuerung sparen. Wichtig ist es, die Arbeitnehmervertretungen beim Thema Datenschutz frühzeitig mit einzubinden. Unser System ist zum Beispiel skalierbar. Das heißt: Fuhrparkmanager, Fahrer und die Arbeitnehmervertretung können gemeinsam entscheiden, wer in welcher Detailtiefe Informationen über Kraftstoffverbrauch, Fahrstil oder Ort des Fahrzeugs einsehen kann.

Ein weiteres Thema ist die Vernetzung von verschiedenen Verkehrsmitteln – vor welchen Herausforderungen steht man hier?

Es gibt den klaren Trend, dass Travel- und Fuhrparkmanagement zusammenwachsen. Viele Unternehmen, besonders in urbanen Regionen, möchten ihren Mitarbeitern vermehrt Mobilitätsbudgets anbieten. Das heißt: Der Mitarbeiter kann dann selber entscheiden, welcher Verkehrsträger für ihn am Sinnvollsten ist. Hierfür müssen Sie allerdings eine einheitliche Buchungs- und Abrechnungsplattform mit harmonisierten Konditionen schaffen. Genau daran arbeiten wir aktuell. Um dieses Thema voranzutreiben, haben wir uns auch mit dem TÜV Süd zusammengeschlossen und die Mehrheitsanteile an deren Tochter FleetLogistics erworben.

Wie ist VWFS zurzeit im Vertrieb aufgestellt und mit welchen Services für ein effizientes Flottenmanagement heben Sie sich ab?

Wir sind gerade dabei, ein neues Vertriebskonzept umzusetzen. Die wesentlichen Säulen dafür sind kleinere Vertriebsgebiete für eine bessere Kundenbetreuung, ein ganzheitlicher Beratungsansatz unserer Key Account Manager und der Aufbau eines Implementierungsmanagements, damit die Prozesse beim Kunden reibungslos laufen. Hinzu kommt, dass wir uns gerade im Großkundenbereich markenneutraler aufstellen und perspektivisch 15 bis 20 Prozent Fremdmarkenanteil erreichen wollen. Damit können Kunden bei uns aus dem Vollen schöpfen.

 


 

SafeDrivePod – für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

SafeDrivePod – so heißt die technische Innovation, mit der die Fuhrparkmanagement-Gesellschaft CarMobility die Fahrersicherheit in Deutschland künftig erhöhen möchte.

Das ist so eine Sache mit dem Smartphone: Es ist unglaublich praktisch und für die meisten ein unersetzlicher Lebensbegleiter geworden. Aber es hat auch seine Schattenseiten – und zwar die tägliche Sucht danach. Gefährlich entwickelt sich die, wenn selbst Autofahrer nicht die Finger von dem kleinen Gerät lassen können.

Gefährliche Handynutzung im Straßenverkehr

Telefonierende und Kurznachrichten-schreibende Autofahrer gehören vermehrt zum Alltag auf deutschen Straßen. Die Folge dieses negativen Trends: Inzwischen ist die Nutzung des Smartphones am Steuer eines der bedeutendsten Unfallrisiken. Und das gefährdet nicht nur die Person selbst, sondern auch andere.

Neue Lösung SafeDrivePod

Als eine zumindest technische Antwort auf diese unheilvolle Entwicklung hat CarMobility, die unabhängige Fuhrparkmanagement-Gesellschaft der Volkswagen Financial Services, hierzulande den SafeDrivePod eingeführt. Das Prinzip dahinter: Der SafeDrivePod besteht aus drei Elementen – dem circa 5-Cent-großen SafeDrivePod als Hardware, einer zugehörigen App für Android-und iOS-Geräte als Software sowie einem Reporting-System für Fuhrparkmanager als Server. Die Hardware wird beliebig im Fahrzeug platziert, zum Beispiel im Handschuhfach, und verbindet sich per Bluetooth mit der App. Durch Radiowellen und einen Vibrationssensor nimmt das System wahr, ob sich das Fahrzeug bewegt. In diesem Fall sperrt die App den Bildschirm des Handys. Telefonieren ist dann nur noch über die Freisprecheinrichtung möglich. Stellt der Fahrer die Bluetooth-Verbindung aus, bekommt er eine Erinnerung per Push-Nachricht und Email.

Hilfreich für Fuhrparkbetreiber

Navigations-Apps sind nutzbar, können aber während der Fahrt nicht bedient werden. Alle anderen Apps laufen im Hintergrund weiter, können aber nicht genutzt werden. Die integrierte SOS-Funktion ermöglicht im Notfall dennoch das Absenden eines Anrufs. Sobald das Fahrzeug länger als 20 Sekunden still steht, wird der Bildschirm wieder freigeschaltet. Der SafeDrivePod funktioniert ohne GPS und zeichnet dementsprechend keine Fahrten auf. Der Fuhrparkmanager kann über ein Internetportal die Nutzung aller registrierten SafeDrivePods in seinem Unternehmen einsehen und entsprechende Auswertungen machen. Der SafeDrivePod eignet sich nicht nur für den Einsatz in Pkw, sondern auch für den Lkw-oder Bus-Bereich. Sogar auf dem Fahrrad kann der Einsatz sinnvoll sein, beispielsweise für Kurierboten.

Sicherheitsrelevante und kostensparende Lösung

„Mit dem SafeDrivePod wollen wir ein Zeichen für eine größere Verkehrs- und Fahrersicherheit setzen”, sagt Matteo Carlesso, Geschäftsführer der carmobility GmbH. Aber auch für die Gesamtkosten ist das System interessant: Denn durch jeden Unfall entstehen Kosten, die die Schadenquote nach oben treiben. Auch hier kann der SafeDrivePod positive Effekte erzielen.

Engagierte Kampagne BE SMART!

Aus denselben Gründen engagiert sich CarMobility inzwischen auch bei der bundesweiten Verkehrssicherheitskampagne „BE SMART! Hände ans Steuer – Augen auf die Straße“, die der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. vor ein paar Jahren zusammen mit TÜV SÜD ins Leben gerufen hat. Neben dem Schirmherren, Verkehrsminister Andreas Scheuer, sind weitere Unternehmen wie  Bridgestone, ESSO/ExxonMobil, KS/Auxilia, die Mediengruppe RTL Deutschland, Samsung, Sortimo, congstar, der Verband der Automobilindustrie (VDA) sowie Volkswagen beteiligt. Sie alle eint der Wille, die Fahrersicherheit in Deutschland zu erhöhen.