Alternative Antriebe und Elektromobilität werden künftig auch bei Nutzfahrzeugen verstärkt Einzug halten. Denn Flottentests mit Elektrotransportern haben gezeigt, dass gegenüber herkömmlichen Antrieben die Kraftstoffkosten um rund zwei Drittel gesenkt werden können. Bei Transportern bis 3,5 Tonnen ist rein elektrisches Fahren schon heute möglich und wird von einigen Herstellern angeboten. Ebenfalls sind Lkw bis zwölf Tonnen zulässiges Gesamtgewicht mit Hybridantrieben erhältlich. Ihr Einsparpotenzial im Kraftstoffverbrauch beträgt bis zu 15 Prozent.

Elektromotoren sind noch zu teuer

Elektromotoren kommen künftig insbesondere für Stadtlieferwagen und Transporter infrage. Kurzfristig ist jedoch nicht zu erwarten, dass diese Fahrzeugtypen besonders häufig in der Elektrovariante zum Einsatz kommen.

Noch sind sie unter Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten nicht wirtschaftlich genug. Doch mittelfristig ist mit einer weiter wachsenden Verbreitung zu rechnen. Denn auch künftig werden mehr Transportleistungen im In- und Ausland gefragt sein, und dies bei einer gesetzlich geforderten Reduzierung der CO2-Emissionen. Darüber hinaus werden fossile Kraftstoffe knapper und teurer. Daher gehört dem batterieelektrischen Antrieb in Kombination mit eigens dafür konzipierten leichten Nutzfahrzeugen die Zukunft.

Batteriekosten werden sinken

Doch in den nächsten Jahren werden die Nutzungskosten für Elektrofahrzeuge noch deutlich über denen eines Fahrzeuges mit herkömmlichem Dieselantrieb liegen. Der Hauptgrund sind die hohen Batteriekosten. Experten sagen zwar voraus, dass die Batteriepreise aufgrund einer Erhöhung der Stückzahlen bis zum Jahr 2020 sinken werden, doch auch dann werden Elektrofahrzeuge gegenüber Dieselmotoren teurer sein.

Im Fernverkehr ist rein batterieelektrisches Fahren wohl auch in ferner Zukunft nicht besonders wahrscheinlich. Denn ein 40-Tonnen-Lastzug kann auch bei gesunkenen Batteriepreisen kaum so wirtschaftlich sein wie ein mit Dieselmotor ausgestattetes Fahrzeug. Schließlich würde alleine die Batterie mehrere Tonnen Nutzlast kosten.

Auch Erdgasantriebe sind denkbar

In Großbritannien sind Nutzfahrzeuge teilweise an Stromoberleitungen angekoppelt. Diese Variante scheint hierzulande in absehbarer Zeit undenkbar. Einerseits liegt das an den hohen Investitionskosten. Andererseits ist der Straßengüterverkehr in Europa grenzüberschreitend, daher müsste die entsprechende Infrastruktur auch in anderen Ländern vorhanden sein. Stattdessen könnte die Verwendung von Erdgas als Antrieb von Nutzfahrzeugen bald eine wirtschaftliche Alternative sein.

Einige Nutzfahrzeug- und Trailerhersteller haben solche Fahrzeuge bereits im Angebot. Auf längere Sicht könnte auch Wasserstoff im Fernverkehr verwendet werden – vorausgesetzt es gibt einen Durchbruch bei der Speichertechnologie. Doch sowohl für Erdgas als auch für Wasserstoff muss eine ausreichende Versorgungsinfrastruktur geschaffen werden. Daher ist zunächst zu vermuten, dass Diesel der wichtigste Antrieb für Nutzfahrzeuge bleiben wird.