Wie hat sich das Fuhrparkmanagement in den letzten Jahren verändert?

Wir sehen einen Trend, der mehr und mehr in Richtung Transparenz der einzelnen Kostenparameter geht. Durch die Adaption zukunftsorientierter Technologien (Reportings)  im Fuhrparkmanagement sind die Marktteilnehmer deutlich mehr für eine optimale Aufstellung der Firmenwagenrichtlinien und der Finanzierung der Flotten sensibilisiert.

Waren vor zehn Jahren bei großen Flotten typischerweise klassische Single-Supply-Modelle in einer geschlossenen Kalkulation vorherrschend, so  sehen wir in den letzten Jahren einen klaren Trend zur Entkoppelung von Services und Finanzierung. 

Die Kunden haben erkannt, dass das vermeintliche Risiko, das man in den geschlossenen Verträgen an die Dienstleister outgesourct hatte, teilweise teuer mit hohen Aufschlägen erkauft war und nicht unbedingt immer die beste Lösung für sie darstellt. Somit sind Kunden heute mehr denn je gewillt, ein wirklich kalkulierbares Risiko für die Finanzierung und den Betrieb ihrer Flotten zu tragen.

„Kunden wollen heute mehr denn je verstehen, welche die optimalste Ausrichtung ihrer Flottenstrategie ist.“

Bitte nennen Sie weitere innovative Lösungen des Flottenmanagements der Zukunft.

Wir erkennen, dass mehr und mehr Flottenbetreiber verstanden haben, dass die Beeinflussung des Fahrverhaltens über ein enormes Potenzial zur Kostenoptimierung  und Vermeidung von Unfällen  verfügt. Gerade durch den Bereich Telematik, der sich im ersten Schritt bei klassischen LCV oder Serviceflotten durchsetzt, kann man diese Themen wunderbar steuern, ohne die gesetzlichen Hürden der Datenschutzrichtlinien zu verletzen. Der Gedanke der Sicherheit der Fahrer und die Strategien zur Unfallvermeidung werden diese Entwicklung nachhaltig beeinflussen.

Durch die gebündelte Messung und Sammlung von Daten, welche uns das Konzept „Big Data“ zur Verfügung stellen wird,  verändert sich im Moment das Fuhrparkmanagement von einer ursprünglich reaktiven über eine in den letzten Jahren proaktiven  Dienstleistung hin zu einem vorausschauenden  Servicekonzept. 

Bitte gehen Sie näher darauf ein.

Stellen Sie sich vor, wie zukünftig Ihr Dienstleister Fahrzeuge punktuell zu Serviceaufenthalten koordiniert, weil Sie aufgrund Ihrer eigenen Auftragslage die Fahrzeuge in bestimmten Zeiten unbedingt auf der Straße halten müssen. Gerade der Stillstand der Flotte, aufgrund von Reparatur- und Serviceaufenthalten, wird in den TCO-Kalkulationen oftmals nicht berücksichtigt. Auch werden Sie in der Lage sein, Ihre Serviceintervallarbeiten der Flotte gebündelt an Interessenten zu auktionieren. Man hat dann Entscheidungsgrundlagen, bevor Zwischenfälle einen Einfluss auf die Kosten haben können.

Das bedeutet, der Flottenbetreiber der Zukunft  wird Daten anhand von Fahrverhalten und Einsatzorten analysieren können und damit verstehen, welche Zusammenhänge zwischen entstandenen Kosten und der Art und Weise der Nutzung der Fahrzeuge bestehen. Hierzu benötigt man innovative IT, die es ermöglicht, alle Faktoren aus diversen Quellen in einer sehr schnellen Geschwindigkeit zu analysieren. Diese Tools gehen weit über die klassischen Standardreportings, die den Markt heute leider noch dominieren, hinaus.

Diese endgültige Adaption bereits bestehender technologischer Innovationen in Verbindung mit der Transparenz für die Kunden sind für mich der größte Treiber des zukünftigen Flottenmanagements. Die Kunden werden sich zukünftig nicht mehr mit Old-School-Reportings, die der Markt heute zum größten Teil bietet, zufriedenstellen lassen. 

Wie können Unternehmen diese Punkte in ihr Fuhrparkmanagement integrieren?

Kunden wollen heute mehr denn je verstehen, welche die optimalste Ausrichtung ihrer Flottenstrategie ist. Wir sind der Meinung, dass alternative Finanzierungsformen wie der Kauf und das Finanzleasing wieder deutlicher an Relevanz bei größeren Flotten gewinnen werden. Durch die geschaffene Transparenz werden Kunden erkennen können, wie sich das tatsächliche Risiko des Flottenbetriebs aus Finanz- und Servicesicht monetär bewerten lässt. 

Man wird erkennen, dass man in der Vergangenheit eventuell oftmals zu hohe Risikoprämien an die Anbieter bezahlt hat. Deshalb werden mehr und mehr Unternehmen im ersten Schritt viele Servicebausteine entkoppeln und diese auch nach aktuellem Verbrauch abrechnen lassen, anstatt dafür überhöhte Pauschalen zu bezahlen. Durch neue, detaillierte Reportingsysteme wird man in die Lage versetzt, diese Risiken zu minimieren und durch Analysen und KPIs die volle Kontrolle über die Budgets zu erreichen.

Sollte man dann in der Lage sein, die auf dem Markt bereits vorhandenen Telematiksysteme der diversen Hersteller in das Fuhrparkkonzept zu integrieren und den betroffenen Entscheidern und Fahrern die Angst vor der Überwachung zu nehmen, dann werden wir einen Quantensprung im Fleetmanagement sehen. Man muss den involvierten Personen erklären, dass man durch den Einsatz von Telematik die Sicherheit der Fahrer verbessert und gleichzeitig der Flottenbetrieb optimiert werden kann. Auch hier ist zur Umsetzung ein unabhängiger Flottenmanagement-Anbieter erste Wahl.

Wir werden mehr und mehr Anbieter auf diesem Markt sehen, die sich durch maßgeschneiderte Dienstleistungen, die durch Innovationen und Qualitätsoffensiven definiert sind, hervorheben werden. Das intransparente Flottenmanagement von der Stange, das alle Kunden und Bedürfnisse über einen Kamm schert, hat bald ausgedient.

Flottenmanagement, das eine technologische Infrastruktur bietet, die es Kunden ermöglicht, mit unterschiedlichen Partnern in der Finanzierung zu arbeiten und gleichzeitig Daten von unterschiedlichsten Dienstleistern im Servicebereich zu sammeln und diese auch verständlich und transparent zu konsolidieren, wird wie in den vergangenen Jahren deutlich an Wichtigkeit gewinnen. Die technologische Infrastruktur existiert bereits.

Doch es wird von den Kunden und Anbietern durch die derzeit vorherrschende Finanzierungsart, also Full-Service- und Closed-End-Leasing, eigentlich gar nicht gewünscht alle Detailparameter zu verstehen, beziehungsweise haben die Anbieter kein Interesse alle verdeckten Margenkanäle offen darzulegen. Das Thema Transparenz durch Reportings sollte von den Kunden mehr und mehr eingefordert werden, denn sie haben ein Recht darauf zu verstehen wofür sie bezahlen.

Wie schnell lassen sich diese Schritte implementieren?

Wir reden von einer Implementierungszeit von bis zu drei Monaten – je nach Komplexität.  Im Normalfall können unabhängige Flottenmanagement-Anbieter sogar garantieren, dass die Kosten, die sie in Rechnung stellen, mindestens durch diese eingespart, meist jedoch sogar übertroffen werden.

Was ist der wichtigste Punkt des Fuhrparkmanagements der Zukunft?

Sehr viele Unternehmen mit  großen Fuhrparks haben sich in den letzten Jahren darauf konzentriert Flotten  hinsichtlich der Produkte und Vertragsparameter zu optimieren. Hierbei handelte man im engen Rahmen der auf dem Markt angebotenen Leasingkonstrukte. Im Fokus standen also die Optimierung  der Fahrzeugklassen, Fahrzeugtypen, sowie Laufleistungsparameter. Dadurch hatte man auch versucht indirekt  den Benzinverbrauch zu optimieren. Nun ist man an Ende der Fahnenstange angelangt und erkennt nun, dass die wirklichen zukünftigen Einsparungen im Bereich der Einflussnahme auf die Fahrer  sowie in der offenen Abrechnung der Services und der Finanzierung liegen.

Das Fleetmanagement der Zukunft ermöglicht durch den technologischen Quantensprung im Bereich Telematics , Reportings und der offenen Abrechnung erstmals wirklich maßgeschneiderte Konzepte mit Einsparungen bis über 20 Prozent pro Fahrzeug pro Monat. Ähnlich wie in Nordamerika  bereits seit 30 Jahren werden wir auch in Europa dem Wunsch der Kunden nach vollkommener Offenlegung der Kalkulationen Rechnung tragen.

Mit deutlich niedrigeren aber trotzdem gesunden Margen für die Anbieter und einer totalen Transparenz für Kunden. Wir stehen gerade am Anfang einer Revolution des europäischen Flottenmanagement Marktes.