Zuerst zur Theorie: Bei den Lateinern heißt hybrid so viel wie „Gebündeltes“, bei den Griechen „von zweierlei Herkunft“. Und diese zusammengebrachten Elemente stellen zwar für sich allein schon eine perfekte Lösung dar, der zusätzliche Vorteil ist jedoch: Erst durch ihr Zusammenfügen entstehen ganz neue Eigenschaften.

Heißes Thema

Eben wie bei einem Hybridantrieb, eines der aktuell spannendsten Themen in der Automobilwelt. Und damit sind wir bei der Technik: Noch sind gerade die deutschen beziehungsweise europäischen Autofahrer sehr zögerlich, was diese Technologie betrifft. Laut dem Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller waren im vergangenen Jahr nur rund 41.000 Hybridautos auf hiesigen Straßen zugelassen. Gegenüber dem Vorjahr gab es jedoch schon ein Absatzplus von 30 Prozent. Und somit sind die Hybridautos bereits in diesem Punkt die Gewinner unter den innovativen Antriebssystemen.

Vorreiter aus Asien

Im Vergleich zu Ländern wie Japan oder den USA, wo sie eine wichtigere Rolle – vergleichbar mit Dieselmodellen hierzulande, spielen – gibt es jedoch noch viel nachzuholen. Die sonst so erfolgsverwöhnten deutschen Autobauer, die inzwischen umfassend forschen, sind hier nicht annähernd so breit und fortschrittlich aufgestellt wie asiatische Unternehmen, allen voran Toyota,  das bereits eine dritte Fahrzeuggeneration und mehrere Modelle auf dem Markt hat, aber auch Lexus oder Honda sind auf dem Vormarsch.

Schließlich sprechen zahlreiche Vorteile für diese Technologie, die in Zukunft immer wichtiger, wenn nicht sogar maßgebend sein wird: Generell koppelt man bei ihr die Vorteile eines herkömmlichen Verbrennungsmotors mit denen eines zusätzlichen Elektromotors. Dank eines Steuerungssystems wird zwischen den beiden Antrieben automatisch umgeschaltet, immer ideal zugeschnitten auf die aktuelle Fahrsituation. Das Fahren selbst verläuft dennoch absolut ruckfrei und die Beschleunigung erfolgt ohne Kraftunterbrechung. Ein Fahrer bemerkt also nichts vom Wechselspiel der beiden Motoren. Er bedient Gaspedal, Bremse und Lenkung wie in einem konventionellen Fahrzeug.

Ideal – besonders im urbanen Umfeld

Ideal sind Autos mit Hybridantrieb vor allem für Fahrten in Großstädten. Beim Anfahren und bei niedrigen Geschwindigkeiten nutzt das System die gespeicherte Energie der Batterie und treibt bei ihrem entsprechenden Ladezustand den Elektromotor an. Das bedeutet: Keinen Kraftstoffverbrauch und Null-Emissionen beim klassischen Stop-and-go im dichten Stadtverkehr, im Stand an der Ampel oder im Stau. Also überall dort, wo der Benzinmotor nicht benötigt wird. Und auch bei Fahrten im Rückwärtsgang greifen die Vollhybridmodelle ausschließlich auf den Elektromotor zurück.

Erreicht der Wagen jedoch eine bestimmte Geschwindigkeit, wird automatisch der Verbrennungsmotor zugeschaltet. Die besondere technische Raffinesse: Wird das Fahrzeug dann über den Verbrennungsmotor betrieben, lädt sich die Batterie wieder auf.

Cleveres Energiesparsystem

Wegen der Kombination beider Motoren kann der Fahrer zudem zwischen zehn und 20 Prozent schneller beschleunigen als nur mit einem Verbrennungsmotor. Denn der liefert erst in einem bestimmten Drehzahlbereich ein hohes Drehmoment – der Elektromotor dagegen stellt bereits beim Anfahren das maximale Drehmoment zur Verfügung.

Ein besonderes technisches Plus wirkt beim Bremsen, denn das regenerative Bremssystem funktioniert ähnlich wie der Dynamo eines Fahrrads. Die Elektromotoren arbeiten beim Bremsen und im Schiebebetrieb als Generatoren. Die Energie, die üblicherweise beim Bremsen unter anderem als Wärme verloren geht, wird beim innovativen Hybridsystem in Elektrizität umgewandelt. Sie wird dann in der Hochleistungsbatterie gespeichert und bei Bedarf über den Elektromotor neu eingesetzt.

Weniger Schadstoffemissionen

Auch der Leerlauf des Benzintriebwerks, beispielsweise an der Ampel oder im Stau, gehört bei den Hybridmodellen der Vergangenheit an. Denn das Benzintriebwerk wird automatisch abgeschaltet und der Elektromotor stellt – wenn der Ladezustand es erlaubt – Energie für das Anfahren zur Verfügung. So wird im Stand bei laufendem System kein Kraftstoff verbraucht und es werden keine Schadstoffe ausgestoßen.

Weil Hybridfahrzeuge wesentlich weniger Benzin als herkömmliche Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verbrauchen – nach Expertenschätzungen etwa 50 Prozent weniger – leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Einer der größten Nachteile der herkömmlichen Benzin- oder Dieselmotoren ist ihr hoher CO2-Ausstoß, aber auch die Emission von Rußpartikel oder Stickoxide, die die Umwelt erheblich belastet.

Erschwerend hinzu kommt, dass Preise für die herkömmlichen Kraftstoffe in den vergangenen Jahren immer weiter angestiegen sind. Außerdem wird nur circa ein Drittel der Energie, die ein Verbrennungsmotor erzeugt, tatsächlich in Bewegungsenergie umgewandelt. Der Rest geht als Wärme oder als Auspuffgas verloren.

Grüne Flotte

Auf schnellen Autobahnen haben nach wie vor die Dieselfahrzeuge einen Vorteil, was den Verbrauch angeht. Interessant ist in diesem Fall jedoch die Verkehrsleistung, die deutschlandweit jährlich anfällt. Auf Autobahnen ohne Limit fallen hier nur zwölf Prozent. Und nur wenige Autofahrer nutzen diese Chance, mit Hochgeschwindigkeit unterwegs zu sein. Die Hälfte der Verkehrsleistung findet dagegen im urbanen Umfeld statt.

Dank des harmonischen Zusammenspiels der beiden Motoren ist ein Vollhybridfahrzeug der ideale Reisebegleiter im beruflichen Alltag. Besonders Flotten, die einen hohen urbanen Fahranteil haben, beispielsweise Taxibetriebe, können von den Vorteilen eines Hybridfahrzeugs profitieren und gleichzeitig der europäischen Umweltpolitik gerecht werden. Sie erfordert schon heute, Stickoxide und Feinstaub in den Städten drastisch zu reduzieren. Diese Forderung kann beim Dieselantrieb nur mit viel Aufwand erfüllt werden, während der Hybridantrieb schon heute alle weltweiten Schadstoffgrenzen erfüllt.