Ölstand abfragen? Reifendruck prüfen? Fahrzeugdaten übertragen? All das geht auch mit dem Handy. Flächendeckende, ultraschnelle LTE- und 4G-Systeme vernetzen das Auto mit dem Internet und machen so nicht nur kabelloses Surfen und Arbeiten an Bord möglich, sondern bieten auch eine Vielzahl weiterer Services, wie zum Beispiel die Bestimmung des genauen Standorts eines Wagens im Fall eines Diebstahls oder das Absetzen eines automatischen Notrufs.

Nach dem Willen der EU-Kommission werden solche E-Call-Systeme mit Beginn des Jahres 2015 zur Pflicht. Bereits heute sind über 6,5 Millionen Kunden bei E-Call-Netzwerken registriert. Monatlich werden über 4.000 automatische Crashmeldungen über das System abgesetzt. Auf diese Weise können Unfallstellen in Rekordzeit geortet und Verletzte am Unfallort schneller versorgt werden.

Erprobte Technologie

Etwa 0,7 Prozent aller Fahrzeuge in der EU haben schon jetzt vergleichbare Technik an Bord. Im Jahr 1996 lancierte General Motors in den USA bei Cadillac unter dem Namen OnStar den weltweit ersten solchen Service, der das Orten von Fahrzeugen mittels eines eingebauten GPS-Senders ermöglichte. Mittlerweile sind Telematikdienste weit verbreitet und werden auch von weiteren Herstellern wie Ford, Mercedes-Benz und Lexus angeboten.

In Deutschland kommt nun das E-Call-System zum Einsatz, das seinen Nutzern nicht nur viel Komfort bietet, sondern auch die Sicherheitsstandards auf den Strassen revolutioniert. Das automatische Notrufsystem für Autos wählt bei einem schweren Unfall selbstständig die 112 und baut eine Gesprächsverbindung mit der Leitstelle auf; Standort sowie auf Autobahnen die Fahrtrichtung des Fahrzeuges, werden automatisch übermittelt. Der Notruf kann darüber hinaus auch per Knopfdruck vom Fahrer oder einem Fahrgast abgesetzt werden.
 
Die Technologie kann viele Leben retten, da sie die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungsdienste drastisch verkürzen kann. Die EU-Kommission schätzt, dass so rund 2.500 Unfallopfern mehr pro Jahr das Leben gerettet werden kann.